Sprachcomputer nach einem Schlaganfall

Bei einem Schlaganfall, der auch Apoplex, Insult oder Infarkt genannt wird, ändert sich für Betroffene und Umfeld das Leben wesentlich – von einem Tag auf den nächsten.

Zur halbseitigen Körperlähmung können nicht nur Wahrnehmungs- und Orientierungsstörungen, sondern auch Sprachstörungen und Sprechstörungen hinzukommen. Dadurch ist die Kommunikation gestört in einer Zeit, in der sie besonders wichtig ist. Ein Sprachcomputer kann helfen, bei Sprachstörungen (Aphasie) und Sprechstörungen (Dysarthrophonie) Gespräche schnell wieder zu ermöglichen.

Sprachliche Fähigkeiten können nach einem Schlaganfall von Schlaganfallpatient zu Schlaganfallpatient sehr unterschiedlich ausfallen. Beispielsweise treten Schwierigkeiten in der Sprechmotorik, in der Verwendung des Wortschatzes oder beim Satzbau auf. Auch das Lesen und Schreiben kann betroffen sein. Sprachcomputer, auch Talker genannt, sind anpassungsfähig und können bei sprachlichen Ausfällen fast jeglicher Art Unterstützung leisten. Man spricht dann von „Unterstützte Kommunikation“.

Sprachstörungen und Sprechstörungen

Ist die sprachdominante Gehirnhälfte, bei den meisten Menschen die linke Gehirnhälfte, von einem Schlaganfall betroffen, kommt es in vielen Fällen zu Sprachstörungen. Der Mediziner spricht dann von einer „Aphasie“. Übersetzt bedeutet das „fehlende Sprache“.

Zu einer Sprachstörung aufgrund eines Schlaganfalles können Sprechstörungen hinzukommen: Durch Lähmung im Bereich der Zunge, der Lippen, und der Kiefer- und Gesichtsmuskulatur ist eine klare Artikulation nicht mehr möglich. Laute werden nicht richtig gebildet, es fehlt die entsprechende Stimmgebung und/oder auch Sprechatmung, wodurch es zu einer undeutlichen Sprache und einer leisen Stimme kommen kann. Störungen der Mimik bereiten dem Gegenüber zusätzliche Schwierigkeiten, das Gesagte zu verstehen.

Wieder kommunizieren können nach einem Schlaganfall

Je nach Schwere der Sprachstörung kann eine alternative Methode für die Kommunikation eingesetzt werden, z. B.
  • Aufschreiben
  • Kommunikationstafel
  • Sprachcomputer / Talker
  • weitere elektronische Hilfsmittel

Aufschreiben

Schreiben gelingt grundsätzlich nur in dem Umfang, wie das Sprachverständnis nicht gestört ist. Es passieren also dieselben Fehler wie beim Sprechen, z. B. Wortverwechslungen oder ein falscher Satzbau. Dazu können Schwierigkeiten in der Rechtschreibung kommen und motorische Schwierigkeiten.

Sprachcomputer

Ein Sprachcomputer kann bei einer Aphasie nach einem Schlaganfall folgende Unterstützung bieten:

Sprachliche Schwierigkeiten

Einschränkung Lösung
Problem der fehlenden oder undeutlichen Aussprache: Der Betroffene kann nicht oder nur undeutlich sprechen. Hilfe: Der Sprachcomputer gibt für ihn die gewünschten Aussagen über die Lautsprecher aus.
Problem: Es ist keine Textkommunikation möglich; der Schlaganfall-Betroffene hat Probleme mit Buchstaben und Wörtern. Hilfe: Auf dem Sprachcomputer sind Bilder dargestellt, über die gewünschte Aussagen getätigt werden können, z. B. Bilder von Gegenständen, Handlungen oder Personen / persönliche Fotos.
Problem: Schlaganfall-Patient hat Satzbauschwierigkeiten udn kann seine Gedanken nicht in vollständige Sätze gießen. Hilfe: Der Talker / Sprachcomputer gibt eine Satzstruktur vor.
Problem: Es kommt zu häufigen Wortverwechslungen. Hilfe: Symbole unterstützen die Wortaussagen und fördern das Wiedererlernen.
Problem: Der Schlaganfall-Patient findet die passenden Wörter nicht (Wortfindungsstörungen). Hilfe: Vordefinierte Aussagen sind einerseits in Themengebiete unterteilt und werden andererseits unterstützt durch Bilder.
Problem: Der von einem Schlaganfall Betroffene findet den Zugang zur Aussprache einzelner Wörter nicht. Hilfe: Der Sprachcomputer gibt Hilfestellung durch Anlautieren des gewünschten Wortes.
Problem: Schlaganfall-Betroffener kann aufgrund eines unzureichenden Textverständnisses nicht schreiben. Hilfe: Der Benutzer schreibt Texte allein durch Antippen von Bildern.

Zusätzliche motorische Schwierigkeiten

Einschränkung Lösung
Problem: Schlaganfall-Betroffener kann aufgrund motorischer Schwierigkeiten (Lähmungen) nicht schreiben. Hilfe: Der Benutzer bedient den Sprachcomputer mittels Einfach-Taste, Kopfbewegungen oder Augensteuerung.
Problem: Die Benutzeroberfläche des Tablet-PCs kann nicht zielgenau mit den Fingern bedient werden, z. B. aufgrund Spastiken. Hilfe: Die Touch-Oberfläche des Talkers ist mit einem Fingerführraster bedeckt, das unkontrollierte Aktionen verhindert.
Problem: Der tragbare Talker kann nicht in den Händen gehalten werden, z. B. bei bettlägerischen Patienten. Lösung: Der Talker wird an einem Haltearm befestigt.



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